Die Seidenproduktion begann in China um 2700 v. Chr. Der Legende nach entdeckte die Kaiserin Si-Ling-Chi, wie man Seidenfäden aus den Kokons von Seidenraupen gewinnt. Diese Entdeckung führte zur Eröffnung der Seidenstraße und zur Ausweitung des Seidenhandels. Daher gilt die Seidenproduktion als eine exklusive Tradition Chinas.
Seidenraupen, insbesondere die Art „Bombyx mori“, sind die Insekten, die am häufigsten in der Seidenproduktion verwendet werden. Ihr Produktionsprozess funktioniert wie folgt:
Eistadium: Seidenraupen legen Eier, aus denen unter geeigneten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen innerhalb weniger Tage Larven schlüpfen.
Larvenstadium: Die Larven ernähren sich hauptsächlich von Maulbeerblättern und lieben diese. Sie fressen so viel, dass sich ihr Gewicht nach etwa einem Monat verzehnfacht! Während dieses Prozesses häuten sie sich, ihre Farbe hellt sich auf, ihre Federn verschwinden und ihre Länge erreicht 7-8 Zentimeter.
Inkubationsstadium: Wenn die Larven ausreichend groß sind, beginnen sie, die aus der Überernährung gewonnene Energie zu nutzen, um einen Kokon zu spinnen. Dieser Kokon besteht aus Seidenfäden und enthält typischerweise 3000 Meter Faden. Die Seidenfäden bestehen aus einer proteinreichen Substanz, die von den Speicheldrüsen der Larven abgesondert wird.
Kokonsammlung: Sobald der Seidenkokon fertig ist, werden sie normalerweise gesammelt, bevor die Larve schlüpft, da der Seidenfaden beim Ausschlüpfen beschädigt werden kann.
Seidenverarbeitung: Die gesammelten Kokons werden gekocht oder gedämpft, um Seidenfäden zu gewinnen. Dieser Prozess verleiht ihnen Weichheit und Glanz.
Weben: Die gewonnenen Fäden werden auf Webstühlen zu Seidenstoff verarbeitet.
Seide hat im Laufe der Geschichte sowohl wirtschaftlich als auch kulturell eine große Bedeutung gehabt. Die Seidenstraße, die sich vom Fernen Osten bis nach Europa erstreckte, spielte eine zentrale Rolle beim Transport dieses wertvollen Gewebes. Dank ihrer weichen Textur und Leichtigkeit war Seide das bevorzugte Material sowohl für Kleidung als auch für Dekoration.
Ihre besonderen Eigenschaften wie hypoallergene Wirkung und Geruchsresistenz haben Seide noch attraktiver gemacht. Sultane und Könige nutzten sie nicht nur als Stoff, sondern auch als Statussymbol.